Die Deutsche Lungenstiftung informiert:
Inhalationstherapie
Einleitung
Die Inhalation ist ein wirkungsvolles und schonendes Element in der Behandlung
verschiedener Atemwegserkrankungen wie z. B. des akuten Atemwegsinfektes,
der chronischen Bronchitis und des Asthma bronchiale. Die Befeuchtung der
Schleimhaut mit einem Nebel von kleinsten Tröpfchen bewirkt eine Schleimlösung
in den Atemwegen und fördert dadurch das Abhusten von Sekret. Zusätzlich
zur reinen Befeuchtungsinhalation können aber auch Medikamente inhaliert
werden. Der große Vorteil dieser Form der Inhalationstherapie besteht
darin, dass derart inhalierte Medikamente ohne Umwege direkt an den Ort
gelangen - nämlich die Bronchien oder die Lunge-, wo sie zur Behandlung
einer Atemwegserkrankung wirksam sind.
Prinzip der Inhalationstherapie
Das Prinzip der Inhalationstherapie ist die Erzeugung kleinster (feinster)
Tröpfchen, die mit der Einatmung tief in die Bronchien gelangen. Der
Wirkstoffnebel muss so fein sein, dass er nicht nur die oberen, sondern
auch die tieferen Atemwege in ausreichender Menge erreichen kann. Hierzu
ist eine Tröpfchengröße von 5 Nm (tausendstel Millimeter)
oder kleiner am besten geeignet.
Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Verfahren:
1. Inhalation zur Befeuchtung der Atemwegsschleimhaut Bei dieser Art der Therapie wird die körpereigene Reinigungsfunktion der Lunge durch die Verdünnung des Bronchialsekretes unterstützt.
2. Inhalation zur Verabreichung von Medikamenten (z. B. bronchialerweiternde Medikamente, Cortisonpräparate, in Ausnahmefällen Antibiotika etc.). Diese Therapieform nutzt den Vorteil der gezielten Anwendung von Wirkstoffen ohne Umwege und bietet sich demnach für Erkrankungen der Lunge und der Atemwege an.
Welche Inhalation ist die richtige?
Damit eine Kochsalz- oder eine Medikamentenlösung überhaupt in
die Atemwege gelangen kann, muss diese durch ein Inhalationsgerät in
feinste Tröpfchen zerstäubt (vernebelt) werden. Die Inhalation
von Wasserdampf (Kamilledampfbad o.ä.), die nur zur Behandlung der
oberen Atemwege (Nasen- und Rachenraum) sinnvoll sein kann, ist ein gutes
und einfaches Hausmittel, das allerdings zu Behandlung der tieferen Atemwege
(Bronchien) ungeeignet ist.
Für die Tiefeninhalation stehen verschiedene Vernebler-Systeme" zur Verfügung:
1. Düsenvernebler (große Ausbringungsmenge bei guter Tröpfchengröße, d.h. relativ kurze Inhalationszeiten; robust, preiswert; laut)
2. Ultraschallvernebler (leise, besonders kleine Tröpfchengröße, geringe Ausbringungsmenge und deshalb relativ lange Inhalationszeiten; störanfällig, nicht für alle Medikamente geeignet, teuer)
Welches Inhalationsgerät bei welchen Krankheiten?
Am weitesten verbreitet ist die Inhalation mit dem Düsenvernebler,
der mit einem elektrischen Kompressor betrieben wird. Die Tröpfchengröße
und die pro Zeit vernebelte Menge (Nebeldichte) bestimmen die Eindringtiefe
und die Verneblungsdauer. Moderne Verneblergeräte erzeugen Tröpfchen
mit einem Durchmesser von 3-6 Nm (tausendstel Millimeter).
Für Patienten mit Erkrankungen der Lunge und mehr noch der Bronchien (akute Bronchitis, chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, gelegentlich auch beim Emphysem) kann die mit diesen Geräten erzielte Tiefeninhalation eine sinnvolle Therapiemaßnahme sein.
Was soll inhaliert werden ?
Physiologische Kochsalzlösung: Die Inhalation mit einer Salzlösung,
deren Konzentration der körpereigenen Kochsalzkonzentration entspricht
(physiologische Kochsalzlösung oder NaCI 0,9%) hilft der belasteten
oder erkrankten Bronchialschleimhaut bei der natürlichen Reinigungsfunktion
und verflüssigt zähes Bronchialsekret. Insbesondere bei empfindlicher
Bronchialschleimhaut (Hustenreiz) oder bei Patienten mit Asthma ist diese
schonende Inhalation auch besonders gut verträglich. Destilliertes
Wasser sollte auf keinen Fall zur Inhalation verwendet werden.
Medikamente:
Eine große Zahl von Medikamenten ist für die Inhalation geeignet.
Die Entscheidung über die richtige Substanz kann der Arzt unter Berücksichtigung
der zugrundeliegenden Störung treffen, wenn auch häufig ein bißchen
ausprobiert werden muss, um die bestverträgliche Einzelkomponente oder
Kombination zu finden. Ätherische Öle und andere Auszüge
(Extrakte) sind nicht geeignet. Wenn Sie nicht sicher sind, daß die
Medikamente, die Sie zur Inhalation verwenden wollen, auch wirklich geeignet
sind sprechen Sie mit Ihrem Pneumologen (Lungen-Facharzt). Auch Medikamente,
die üblicherweise in Dosieraerosolen und Pulverinhalatoren enthalten
sind, wie z. B. Cortisonzubereitungen etc. können sehr wirksam über
ein Inhalationsgerät inhaliert werden.
Kann man auch zu viel inhalieren?
Die Gefahr der Überdosierung ist geringer als bei anderen Formen der
medikamentösen Therapie. Es ist aber unerläßlich, dass die
verordneten Dosierungen strikt eingehalten werden. Ihr Arzt sollte Sie gründlich
über die richtige Handhabung des Inhalationsgerätes informieren
und einweisen. Die begonnene Inhalationstherapie muß verständlicherweise
regelmäßig durch ihren Arzt überwacht werden. Bei Kindern
unter 12 Jahren sollte die Durchführung der Inhalation immer unter
Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen.
Maßnahmen zur Reinigung des Inhalationsgerätes
Da der Vernebler mit der Ein- und Ausatemluft in Berührung kommt, besteht
grundsätzlich die Gefahr einer Verunreinigung durch eine Vielzahl von
möglicherweise krankmachenden Erregern aus der Umwelt und dem eigenen
Atemtrakt. Deshalb sollte der Vernebler entsprechend der Gebrauchsanleitung
des Inhalationsgerätes mindestens einmal täglich gründlich
unter fließendem warmem Wasser oder in der Spülmaschine gereinigt
werden. Ein Auskochen der verwendeten Teile des Inhalationsgerätes
ist nicht erforderlich. Anschließend läßt man das in seine
Einzelteile zerlegte, gereinigte Gerät trocknen. Stets sollte eine
frische Zubereitung der Inhalationslösungen erfolgen (Ausnahmen sind
bei bestimmten Inhalationsgeräten und den verwendeten Medikamenten
möglich). Selbstverständlich sollte vor der Benutzung oder Reinigung
des Inhalationsgerätes immer eine sorgfältige Handwäsche
zum Zwecke der Sauberhaltung des Gerätes erfolgen.
Ein empfehlenswerter Patientenratgeber:
Wettengel, R. Inhalationstherapie - Methoden, Nutzen und Grenzen ISBN 3-87185-233-3
Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle
Über die Deutsche Lungenstiftung
Die Deutsche Lungenstiftung ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein,
der sich die Verbesserung der Situation von Patienten mit Atemwegs- und
Lungenkrankheiten zum Ziel gesetzt hat. In der Deutschen Lungenstiftung
haben sich Ärzte, Patienten und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen
Leben organisiert. Sie stehen im Dialog mit den politisch Verantwortlichen,
organisieren Forschungsprojekte und führen Fortbildungsveranstaltungen
für Ärzte sowie Informationsveranstaltungen für Patienten
durch. Vorsitzender ist Prof. Dr. med. Helmut Fabel von der Medizinischen
Hochschule Hannover. Im Kuratorium engagiert sich Christiane Herzog, die
Frau des ehemaligen Bundespräsidenten.
Die Deutsche Lungenstiftung finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Nicht zuletzt wird die Arbeit aber auch durch Vermächtnisse von Patienten ermöglicht.
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