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Ab heute gebührenfreie Experten-Infos zum Thema Organspenden

Köln (iss). Seit dem “Tag der Organspende“ am vergangenen Samstag können sich Interessierte unter der Telefonnummmer 0800/9040400 bundesweit gebührenfrei zum Thema Organspende informieren. Montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr beantwortet speziell geschultes Personal die Fragen der Anrufer.

Das “Infotelefon Organspende“ ist eine gemeinsame Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Stiftung Organspende (DSO). Die BZgA macht über die Anzeigenkampagne “Sie haben noch keinen Organspendeausweis? Hier ist er!“ auf den neuen Informationsdienst aufmerksam. Der eigentliche Clou der Anzeige: Der Leser kann sich dort einen Organspendeausweis ausschneiden. “Viele Leute wissen immer noch nicht, wo sie ihn bekommen können“, sagte BZgA-Direktorin Dr. Elisabeth Pott.

Daß sich Aufklärungsarbeit in diesem Bereich lohnt, zeige die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit, so Pott. “In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl derer, die ihre Einstellung zur Organspende durch den Ausweis dokumentieren, von vier auf elf Prozent gestiegen.“

Dennoch sei in Deutschland noch ein weiter Weg zurückzulegen, betonte der DSO-Vorstandsvorsitzende Professor Martin Molzahn. “Der Tod auf der Warteliste ist für viele immer noch die traurige Realität.“

Das gelte gerade für Patienten, die auf eine Herz- oder Lebertransplantation warten. Von ihnen müßten immer noch 25 bis 30 Prozent sterben, ohne daß eine Transplantation in Sicht wäre. “Wir benötigen eine Verdoppelung der derzeitigen Spenderzahlen.“

Der DSO mache vor allem die Zunahme der Ablehnungen von Organspenden durch Angehörige zu schaffen, sagte Molzahn. 1999 hätten in 38 Prozent aller Fälle, in denen der Gestorbene als Organspender geeignet gewesen wäre, die Angehörigen die Organentnahme abgelehnt; ein Jahr zuvor waren es 33 Prozent.

Auch in den Krankenhäusern müsse noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden, glaubt er. Ein wichtiger Schritt sei die Ernennung von Transplantationsbeauftragten. Ihre Arbeit mache aber nur dann Sinn, wenn sie von der Sache wirklich überzeugt sind und in der Klinikhierarchie weit oben stehen.

Aus Anlaß des Tages der Organspende forderte auch der Präsident der Bundesärztekammer Professor Jörg-Dietrich Hoppe eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema. “Jeder einzelne sollte darüber nachdenken, ob er im Todesfalle seine Organe Schwerkranken spenden will“, so Hoppe

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