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Warum inhalieren? Es gibt doch Sprays!

Wer so denkt, der hat die nachhaltige Wirkung von regelmäßig durchgeführten Inhalationen noch nicht kennengelernt. Als ich vor nunmehr 7 Jahren auf dringendes Anraten von gleich mehreren Krankenhausärzten mit der Inhalation begann, war ich nach einigen Wochen gar nicht von einer positiven Wirkung auf meine Bronchien überzeugt.

Die vom damaligen Inhaliergerät, einem "Pari Inhalierboy", in meinen Rachen geblasene "kalte" Luft bewirkte eher eine zusätzliche Verkrampfung der Bronchien, denn eine die Atmung erleichternde Erweiterung. Das die Luft gar nicht anders als "kalt" sein konnte bzw. als solche von mir empfunden wurde, lag im System. Die im Inhaliergerät komprimierte Luft gibt bei der Verdichtung ihre Wärme an die Umgebung - den Kompressor - ab, die dieser, zum Schutz gegen Überhitzung, über besondere Rippen ableitet. Beim Freisetzen expandiert diese Luft wieder und es entsteht (lt. physikal. Gesetz) in gleichem Maße ein Bedarf an Wärme. Diese wird dann der Umgebung entzogen. Bei der Inhalation also im Mund- und Rachenbereich.

Ich habe dann mit wenig Erfolg versucht, durch Erhitzen des Inhalates den "Kühleffekt" zu mindern. Für eine spürbare Verbesserung hielt die der geringen Menge an Inhalat zufügbare Wärme einfach nicht lange genug vor. Dann erfuhr ich mehr zufällig von einer Bekannten, die wegen ihrem Asthma auf Inhalationen angewiesen und dabei auf die gleichen Schwierigkeiten gestoßen war, daß es ein Zusatzgerät zum "Pari-Inha-lierboy" gibt.

In diesem als "Pari-Sole-Feuchtzerstäuber" benannten Gerät wird das Inhalat erhitzt, während der Inhalation auch heiß gehalten, und mit Hilfe der Druckluft vom Inhalierboy vernebelt.

Pari-Sole-Feuchtzerstäuber
Mit beiden Geräten zusammen war ich gut versorgt. Ich empfand das Inhalieren nur noch als angenehm und die Verkrampfung der Bronchien verschwand völlig, was sich auch in der Steigerung der Werte der von mir vor und nach jeder Inhalation durchgeführten "Peak - Flow - Messung" zeigte. Außerdem konnte ich durch das Zusatzgerät etwas abstellen, was mich schon immer beim Inhalieren gestört hatte: Das lästige Festhalten der Verneblereinheit und das dauernde Betätigen des Intervallhebels. Durch einen unter den Feuchtzerstäuber gelegten ca. 10 cm dicken Holzklotz erreichte das Mundstück eine Höhe, die es mir erlaubte, aufrecht sitzend und völlig entspannt zu inhalieren.

Weil sich aber meine Infektanfälligkeit nicht besserte und eine allgemeine Verschlechterung der Lungenfunktionswerte besonders des Atemstoßes festzustellen war, wurde mir anläßlich einer der 1/2 jährlich stattfindenden Routineuntersuchungen vom Arzt angeraten, auf ein Druck-Inhalationsgerät umzusteigen. Bei einem Klinikaufenthalt in Essen eigens zur Einstellung auf diese Inhalations-technik mußte ich aber gleich wieder erfahren, daß sich damit für mich das Problem der kalten Luft neu stellte; verwunderlich nur, daß weder Arzt noch Physiotherapeut von solchen Schwierigkeiten je gehört hatten.

So entschloß ich mich also, selber mit dem mir angegebenen Inhalationsgeräte-Hersteller Kontakt aufzunehmen und technische Details zur Beheizung des Inhalates oder aber des Luftstromes abzuklären. Als aber nach 6 Monaten die Firma immer noch mit der Entwicklung eines so ausgerüsteten Gerätes befaßt war, habe ich mich mit Hilfe der Ruhrlandklinik nach einem anderen Lieferanten umgesehen und diesen schließlich auch gefunden.

Seit Februar 95 benutze ich nun ein mit Heizung ausgestattetes Druck- Inhalationsgerät und zwar einen "STEPHAN IPPB-Respirator. In der Gebrauchsanweisung wird es so beschrieben:

Der STEPHAN IPPB-Respirator ist ein Beatmungsdruck-gesteuertes Inhalations- Beatmungsgerät. Eine richtig angewandte Therapie mit dem Gerät erweitert und ergänzt die medikamentösen und therapeutischen Maßnahmen ganz wesentlich. Funktionsprinzip: Je nach Intensität des Einatmens wird ein Sog erzeugt, der das Gerät in die Einatemphase schaltet. Die Triggerempfindlichkeit (Stärke des Soges) läßt sich individuell auf den einzelnen Patienten einstellen. Die mit Medikamentaerosol angereicherte Luft strömt über das beheizte Schlauchsystem in die Lunge des Patienten. Die Flow- und Druckeinstellung läßt sich individuell nach den Angaben des Arztes oder der patientenspezifischen Verträglichkeit vornehmen. Sobald der eingestellte Beatmungsdruck erreicht ist, schaltet die elektronische Steuerung das Gerät automatisch auf Ausatmung um.

Mit dem Stenoseventil läßt sich der Querschnitt der Ausatmungsöffnung verkleinern. Der Patient muß gegen den eingestellten Widerstand ausatmen. Dadurch wird die Ausatemzeit verlängert, was ei- ne bessere Medikamentaerosolablagerung bewirkt. Der nächste Einatemvorgang schaltet das Gerät wieder auf Inspiration. Zur im Luftstrom untergebrachten Heizung wird gesagt: Die elektronisch gesteuerte Heizung, Temperaturbereich von 30 Grad C - 35 C, bringt eine spürbar größere Annehmlichkeit für den Patienten. Die Heizung sollte möglichst bei allen Behandlungen eingeschaltet sein.

Über das System der Druckbeatmung selbst wird ausgeführt: Spätestens wenn alle medikamentös-therapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft sind, ohne daß ausreichender Erfolg erzielt wurde, ist die zusätzliche Anwendung der intermittierend positiven Druckbeatmung (IPPB = intermittent positive pressure breathing) indiziert. Dies wird immer dann der Fall sein, wenn die phathologisch-anatomischen Veränderungen bereits weit fortgeschritten sind und die verabreichten Medikamente, teils infolge gestörter lokaler Durchblutung (orale und parenteraleMedikation), teils infolge der Ventilationsstörung (inhalative Medikation), nicht oder nicht ausreichend an den Ort der gewünschten Wirkung gelangen.

Die intermittierend positive Druckbeatmung ermöglicht durch den relativ ho-hen positiven Inspirationsdruck eine mechanische Ablösung der Bronchialkaliber, dadurch eine Ablösung festhaftender Schleimplaques von der Bronchialwand mit vermehrter Expektoration des Bronchialsekrets und dadurch weiterer Kalibererweiterung. Somit kommt es zur Abnahme der Atemarbeit (Birnbaum et. al.) und zu einer Verbesserung der alveolaren Ventilation (Dönhardt, sheldon), die ihrerseits neben dem verbesserten Gasaustausch eine Verbesserung der pulmonalen Durchblutung) hervorruft.

Ich darf resümierend feststellen, daß ich mittlerweile mit dem Gerät sehr gut zurecht komme. Meine Peak-Flow-Werte, die ich nach wie vor immer noch messe, haben sich auf einem guten Stand (um 500 l/min) stabilisiert. Auch die in der Gerätebeschreibung angesprochene mechanische Ablösung des Schleims wird bei mir, sofern mich mal wieder ein unvermeidlicher Infekt erwischt hat, immer wieder voll wirksam. Ich kann nach dem Inhalieren dann regelmäßig den Schleim gut abhusten und werde damit auch den lästigen Hustenreiz los. Dies ist besonders für eine erholsame Nachtruhe sehr wichtig.

Auch für die Bequemlichkeit bei der Inhalation habe ich wieder gesorgt. Ein als Tischbein gedachter gedrechselter Holzfuß wurde von mir mit einer Standplatte und einer oben aufgeschraubten Hohlkehle versehen. Ein über zwei seitlich angebrachte Schrauben gezogenes Lederband hält die Verneblereinheit in die für mich richtige Höhe. Ich kann, weil die Hände nun frei sind, während des Inhalierens ein Buch lesen oder aber auch Kreuzworträtsel lösen. Die täglichen 4 Inhalationen von jeweils 15 Minuten sind für mich somit eine recht kurzweilige Angelegenheit.

Das Druck- Inhaliergerät mit der Holzstütze
Rees-Haldern im November 96 / R. Geerts

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