COPD Lungenemphysem Alpha-1-Antitrypsinmangel Lungentransplantation

Hilfe für Menschen mit Lungenerkrankung

Wir wollen mit diesen Seiten betroffene Menschen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung unterstützen und mit nützlichen Informationen versorgen. Für den Erfahrungsaustausch stehen kostenlose Medien (Mailingliste und Diskussions-Forum) bereit.

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Themenübersicht

Den ganzen Tag mit COPD

Hilfreiche Hinweise für Atmungspatienten, entwickelt von den Mitgliedern des Atem-Klubs am Gaylord Hospital, Wallingford, Connecticut. Geschrieben von Katherine Meek Romanik, illustriert von Natasha Lessnik. Gewidmet zu Charles Goodwin und Caroline Weiss. Übersetzt von Reiner Lüttel. Einige Anmerkungen sind ebenfalls von mir.

Eine Veröffentlichung des Amerikanischen Lungen Vereins.

 

INHALTVERZEICHNIS

Einführung

Die folgenden nichtmedizinischen Hinweise und Anregungen sind notiert, um das Leben mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) zu erleichtern. Sie wurden gesammelt im täglichen Gebrauch von Mitgliedern des Atem-Klubs, einer Unterstützungsgruppe für Lungenpatienten und ihre Familien, gesponsert durch die Amerikanische Lungen-Vereinigung von Connecticut und Gaylord Hospital in Wallingford, Connecticut. Die Vereinsmitglieder bieten ihnen die Ratschläge insgesamt an. Wir hoffen, daß die Vorschläge Ihnen helfen mögen, Ihre Lebensweise sicherer, ruhiger und angenehmer zu machen.

Angemessen Gehen - das richtige Tempo finden

Angemessenes Gehen bzw. in allem die richtige Geschwindigkeit zu finden, ist eine der wichtigsten Sachen, die wir alle lernen müssen. Die Beeinträchtigung durch die Lungenerkrankung kann schwanken von Tag zu Tag oder sogar von Stunde zu Stunde. Es gibt Zeiten da wissen Sie sofort nach dem Wach werden, dies ist kein guter Tag, diesen Tag können Sie nur verbummeln. Oder, direkt nach dem Wecken fühlen Sie sich erstklassig; Sie können heute viele Dinge erledigen. Die Hauptsache ist, Sie müssen lernen Ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen und sich dementsprechend verhalten.

Sie sollen sich nicht übernehmen, nur tun, was Sie angenehm tun können. Werden Sie müde, lassen Sie es sein oder verlangsamen Sie. Bedenken Sie: Energie ist wie Geld auf der Bank. Sie sind zu weise um es unnötig auszugeben. Sie werden bestraft bei wiederholter Mehrausgabe, körperlich und finanziell. Natürlich, da sind viele Gewohnheiten die uns verleiten mehr Energie auszugeben als wir haben. Dies könnte das Putzen der Fenster sein oder auch das Genießen von Sexualität.

Es ist gut, unseren Horizont zu erweitern, wenn es mit ein wenig Menschenverstand getan wird. Hier einige Vorschläge, die uns dabei helfen werden.

  • 1. Ruhen Sie sich nach dem Essen aus - 1 Stunde oder mehr. Durch die Verdauung sind wir weniger Leistungsfähig. Daher geraten wir viel schneller außer Atem... Aus diesem Grund wird Kindern das Schwimmen nach dem Essen verboten!
  • 2. Es kann sein, Sie fühlen sich am besten nach der Medikamenteneinnahme Inhalation) oder nach Atemübungen.
  • 3.Jene, die ein Dosier-Aerosol oder ein Inhalationsgerät von ihrem Arzt bekommen haben, können dieses anwenden vor besonderen Anstrengungen. Aber Bedenken Sie, NIE MEHR ALS VORGESCHRIEBEN VERWENDEN!
  • 4. Finden Sie Ihr eigenes Tempo, nicht hetzen. Tragen Sie einen Hut oder Schirm wenn es regnet.
  • 5. Wenn Sie atemlos werden, benutzen Sie die Lippenbremse. Erinnern Sie sich - die Lippenbremse hilft wirklich und Sie können sie jederzeit und überall anwenden. Außer bei KÄLTE!

Sie dürfen sich nicht überlasten, nur weil alte Gewohnheiten Sie scheinbar zwingen. Überdenken Sie Ihr Tun. Sie werden erstaunt sein, wieviel unnötig vergeudete Energie Sie einsparen können ohne deshalb an Lebensqualität zu verlieren.

Es ist wichtig daran zu denken das jeder COPD Patient verschieden ist. Keine 2 haben genau die gleichen Bedürfnisse. Sie werden einige Vorschläge finden, die Ihnen sehr helfen werden. Andere Vorschläge scheinen unsinnig zu sein. Alles was wir sagen können ist, jeder Vorschlag hat einem oder mehreren von uns geholfen.

Aufwachen

Dies ist immer ein schwieriger Moment für einige Leute. Aus Aufstehen kann eine richtige Arbeit werden.

Einige Hinweise:

Mit gedämpfter Musik geweckt zu werden ist angenehmer als von einem schreienden Wecker förmlich aus dem Bett "geschmissen" zu werden.

Versuchen Sie einige Streck- und Entspannungsübungen noch im Liegen. Dies wird Ihnen helfen den Körper langsam in Schwung zu bringen für den Tag. Dies weiß jede Katze auf der Welt. Beobachten Sie es.

Das "Betten machen" ist eine der wirklich anstrengenden Hausarbeiten und wenn Sie dies selber machen müssen dann versuchen Sie folgendes: Machen Sie Ihr Bett schon halb fertig während Sie noch drin sind. Ziehen Sie die Decke aufwärts auf einer Seite und glätte es. Steigen Sie auf der ungemachten Seite aus. Diese Seite ist dann leicht ordentlich zu machen. Brauchen Sie unbedingt eine Tagesdecke? Wenn nicht, lassen Sie es - unnötige Arbeit jeden Tag.

Zum Ausziehen am Abend setzen Sie sich auf die Bettkante. Legen Sie Ihre Kleidung auf einen Stuhl oder ähnliches in der Nähe des Bettes. Legen Sie auch die frische Wäsche bereits am Abend zurecht. Morgens ist das herbei holen für die meisten von uns anstrengender als am Abend. Dann haben Sie morgens wieder die Kleidung zur Hand. Sie können sich dann auf der Bettkante sitzend anziehen. Es ist nicht nur bequem. Sie bleiben schön warm, wenn Sie sich direkt am Bett anziehen.

Bleiben Sie nun auf der Bettkante und inhalieren noch auf dem Bett sitzend. Dadurch können Sie inhalieren, bevor der Tagesstress beginnt. Außerdem ist ihre Lunge nach der Inhalation geweitet und Sie bekommen besser Luft.

Übrigens. Falls Sie mit einer anderen Person das Schlafzimmer teilen, sehen Sie zu, das Sie die Schubladen haben dürfen, die am leichtesten zu erreichen sind. Sind Sie ein Single, machen Sie es sich zur Gewohnheit, häufig benutzte Kleidung wie z.B. Socken und Unterwäsche in der Nähe der Schlafstätte zu haben und seltener benutzte Kleidung weiter weg.

Baden

Falls Sie einmal das Bedürfnis haben zu Duschen oder zu Baden, ein Badehocker ist eine wirklich große Hilfe. Dieser ist wasserdicht und paßt genau in die Wanne. Er kann leicht weg genommen werden und ist sehr praktisch für Pediküre oder zum abtrocknen der Füße. Natürlich können Sie damit auch sehr gut im sitzen duschen. Benutzen Sie eine Dusche, die Sie in die Hand nehmen können, die sie aufhängen und ablegen können. Über die Dusche sollte auch das Warm- und Kaltwasser zu regeln sein. Sie können sich das Duschbaden damit sehr angenehm machen.

Ein schöner, langer Bademantel wird Sie ohne Aufwand abtrocknen. Sie müssen sich nicht trocken reiben. Setzen Sie sich nach dem Baden zum trocknen auf den WC Deckel oder ähnliches. Wenn Sie in der Nähe einen Teleskop-Spiegel angebracht haben (oder ein Freund hat ihn befestigt), können Sie, während Sie vom Bademantel getrocknet werden, andere Sachen bequem im Sitzen erledigen. Zähne putzen, Rasieren, Make Up (eine Elektrorasur ist kräftesparender als Naßrasur).

Wenn ihnen die hohe Feuchtigkeit im Badezimmer zu schaffen macht, verlassen Sie das Badezimmer so schnell wie möglich. Vielleicht können sie aber auch einen Entlüfter anbringen lassen. Benutzen Sie diesen Entlüfter schon wenn Sie das Badewasser einlaufen lassen. Dies kann sehr hilfreich sein. Aber vermeiden Sie Zugluft.

Wenn Sie sich schwach fühlen, sollten Sie nur Baden oder Duschen wenn Sie nicht alleine sind. Es ist nicht notwendig sich überall sofort klatschnaß zu machen. Ein Beckenbad ist viel weniger anstrengend wie ein Vollbad. Alle, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, können Ihre Sauerstoffleitung über den Stab des Duschvorhanges legen. Übrigens, wenn Sie Ihr Gesicht waschen, oder Rasieren o.ä. Sie können die Sauerstoffbrille natürlich kurz wegnehmen.

Pflegehinweise

Viele von uns empfinden starke Deodorants als unangenehm oder sogar als widerlich. Versuchen Sie stark parfümierte Toilettenartikel zu vermeiden. Sie könnten schlecht sein für Sie und vielleicht auch für ihre Freunde.

Frauen sollten überlegen, aufwendige Frisuren zu vermeiden. Wenn möglich auf ausgedehnten Gebrauch von Handföhn und auch Trockenhaube verzichten, wenn es Ihnen unangenehm erscheint. Für Männer gilt das natürlich auch. Wenig oder gar kein Haarspray benutzen. Generell ist die Verwendung aller Aerosole und Sprays wenn möglich zu vermeiden.

Außer natürlich, die vom Arzt verschriebenen. Wir alle haben auch ohne zusätzliche Belastungen genug Atemprobleme. Viele Sprays können unbedenklich sein, aber warum ein unnötiges Risiko eingehen? Es gibt viele sehr gute Haar Gels, Haarwasser, Deo-Rollers oder Cremedeos die ausgezeichnet sind. Einige Produkte sind auch ohne starken Duft oder ganz ohne Duft erhältlich.

Sind Sie beunruhigt durch gelegentlich kleinen Harnaustritt, verursacht durch Husten, Überanstrengung oder Belastung? Eine dünne Binde oder auch ein Stück weiches Toilettenpapier können hier helfen und beruhigen.

Ankleiden

Viele von uns denken, es ist gut sich noch vor dem Frühstück anzukleiden. Wir alle haben persönliche Geschmäcker, aber es gibt einige Grundregeln, die die meisten COPD-Kranken bedenken sollten.

Sie sollten alles vermeiden, was einschränkt den Brustkorb , Bauch oder Unterleib. Aus diesem Grunde sollten enge Gürtel, BHs und ähnliches vermieden werden.

Glücklicherweise können wir uns zu Hause ankleiden wie wir es möchten. Deswegen, wenn Sie es sich aussuchen können ob Sie tragen bequeme oder schicke Kleidung, entscheiden Sie sich für bequeme Kleidung so oft Sie können.

Männer empfinden Hosenträger oft angenehmer als einen Gürtel. Frauen empfinden Socken und Hosen oft angenehmer als in eine Strumpfhose hinein zu strampeln. Beide, Männer und Frauen, sollten Socken mit engen Gummibändern vermeiden, da diese den Blutkreislauf einschränken.

Zum Anziehen setzen Sie sich hin. Vielleicht auf ihr Bett? Ziehen Sie nun zuerst Ihre Strümpfe an. Sie können ihre Unterwäsche in ihre lange Hose rein halten und ziehen Unterhose + lange Hose in einer Bewegung an. Gleichzeitig können Sie mit dem Fuß aus der langen Hose heraus gleich in einen Slipper-Schuh oder Ihre Hausschuhe hineinschlüpfen. Sie sparen viel Energie damit.

Ihre Lieblingsschuhe mit Schnürsenkel können umgewandelt werden in Slipper-Schuhe durch die Benutzung von elastischen Schnürsenkeln. Gut gell? Das Anziehen aller Schuhe ist einfacher mit einem langen Schuhlöffel. Stellen Sie auch neben den Schuhschrank einen Stuhl und benutzen Sie ihn.

Vermeiden Sie zu enge Halstücher. Männer können ein Halstuch oder einen Schal tragen anstatt einer engen Krawatte. Dies ist viel behaglicher. Eine andere Möglichkeit ist ein T-Shirt (farbig oder weiß) zu tragen unter dem offen Sporthemd. Viele von uns empfinden große Temperaturunterschiede als sehr negativ und tragen lieber baumwollene Unterkleidung als synthetische. Viele Versandhäuser vertreiben komplette Serien von Baumwoll Unterkleidung einschließlich Unterhemden für Frauen.

Lange Unterhosen (Leggins??) gibt es für beide Geschlechter. Es gibt sie auch in sehr schönen Farben. Sie sind am bequemsten unter breitbeinigen Hosen. Nun, da Sie gebadet sind und angenehm gekleidet, machen wir uns Gedanken über ihre tägliche Medikamente.

Medikamente

Wir alle nehmen Pillen. Um diese Einnahme nicht zu vergessen, sollten Sie sich eine Pillenbox in der Apotheke oder ihrer Klinik besorgen. Diese Box ist unterteilt in Morgens, Mittags, Abends und Nachts. Füllen Sie diese Box am Morgen, am besten direkt nach dem Aufstehen. Notieren Sie sich auf einem Zettel, welche Tabletten Sie zu welcher Zeit nehmen müssen. Streichen sie auf dem Zettel die genommenen Medikamente durch. Dadurch verlieren Sie auch bei sehr vielen verschiedenen Medikamenten nicht den Überblick. Halten sie die Tabletten fern von Feuchtigkeit und Hitze.

Immer wenn Sie ein neues Medikament bekommen oder Sie eine neue Packung anfangen, rechnen Sie aus, wie lange Sie damit hinkommen werden. Notieren Sie sich auf einem Kalender den Tag, an dem Sie neue Medikamente bestellen müssen. Dies ist zu Ihrer Sicherheit denn meistens gehen die Medikamente Nachts oder an Sonn- und Feiertagen aus.

Benutzen Sie nie die Medikamente eines anderen Patienten. Zwei Leute mögen die gleiche Krankheit und sogar die gleichen Symptome haben und dennoch hat das gleiche Medikament bei den beiden Patienten verschieden Wirkungen.

Wenn Sie sich unsicher fühlen bei irgend einem Medikament, fragen Sie Ihren Arzt. Die Medizin wirkt nicht wie erwünscht? Fragen Sie Ihren Arzt. Verändern Sie nur mit ärztlicher Zustimmung ihre Dosierung oder das Medikament. Wenn Sie irgendwelche Medikamente nicht vertragen, notieren Sie sich den Namen damit Sie es nicht vergessen.

Schlucken können wir alle. Zusätzlich müssen wir lernen richtig zu inhalieren.

Inhalation

Wenn Sie zu Hause inhalieren müssen, stellen Sie Ihr Inhaliergerät an einen Stammplatz wo Sie es immer stehen lassen können. Müssen Sie Nachts inhalieren oder Morgens sofort nach dem Aufstehen das Morgendliche inhalieren kann eine große Erleichterung sein), dann plazieren Sie das Gerät neben dem Bett. So brauchen Sie sich nur auf die Bettkante zu setzen und können sofort inhalieren. In der Küche oder im Bad ist die Reinigung leichter. Auch das kann von Vorteil sein.

Eine ideale Plazierung ist auf einem kleinen Tisch mit einer Schublade oder ein flacher Schreibtisch in der Nähe von einem Fenster oder einem Fernseher. Draußen vor dem Fenster könnte ein schöner Platz sein für ein Vogelhäuschen? Es ist nett, wenn Sie beim Inhalieren ein bißchen Beobachten, zuhören oder lesen können.

Wenn Sie fertig sind, lassen Sie keine Medikamente in der Sonne stehen. Beim Inhalieren kann es schwierig sein, Radio oder anderes zu hören. Ein kleiner Kopfhörer kann da Abhilfe schaffen. Halten Sie eine kleine Uhr um die Behandlungszeit genau einzuhalten. Alle Hilfsmittel bei der Inhalation sollten sauber, wenn möglich sterilisiert sein. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn ein Bekannter anders gelernt hat zu sterilisieren. Viele Wege führen nach Rom. Das Ergebnis ist das selbe.

Allerdings sollten Sie nach jeder Inhalation (mindestens 1 * am Tag) den Vernebler reinigen. Jedes Verneblergerät wird leiser sein, wenn Sie ein dickes Polster darunter legen. Einige Geräte haben einen kleinen Luftfilter, der regelmäßig gewechselt oder gereinigt werden muß. Fragen Sie beim Hersteller oder schauen Sie in der Anleitung nach. Sie sind einfach zu wechseln.

Sauerstoff

Sie sollten sich mit Ihrem Sauerstoffgerät bestens auskennen. Im Zweifel fragen Sie ihren Geräteaufsteller. Sie müssen eine Notfall Telefonnummer haben um für den Ausfall gerüstet zu sein. Allerdings, für die Dosierung ist nur Ihr Arzt zuständig. Fragen Sie ihn nach der richtigen Dosierung oder wenn Sie glauben, etwas ist falsch.

Manche tragbaren Sauerstoffgeräte haben eine Skala auf der Seite mit deren Hilfe das Gewicht des Flüssigsauerstoffes bestimmt werden kann. Diejenigen, die dieses System über eine längere Zeit benutzen, lernen sehr genau einzuschätzen, wie lange Sie mit dem Sauerstoff auskommen auch ohne diese Skala. In diesem Fall kann der Maßstab entfernt werden, damit wird Gewicht gespart.

Es ist wichtig, herauszufinden, wie lange können Sie mit dem Sauerstoff herum laufen. Lernen Sie, Ihre Ausflüge so einzuteilen, daß Sie nicht auf einmal ohne Sauerstoff sind.

Wenn Sie wieder nach Hause kommen, haben noch Sauerstoff übrig und Sie möchten nicht sobald wieder raus gehen, dann benutzen Sie den Sauerstoff über Ihre Sauerstoffleitung im Hause. Dadurch nützen Sie den Sauerstoff noch aus, der ansonsten evtl. nutzlos entweicht.

Beim inhalieren von Sauerstoff atmen Sie durch die Nase. Dies ist die bessere Atmung. Einatemluft wird durch die Nase besser erwärmt (besonders wichtig bei Kälte) und befeuchtet. Nur unter Belastung ist die Lippenbremse die bessere Methode. Außerdem inhalieren Sie nur wenig Sauerstoff, wenn Sie mit einer Sauerstoffbrille durch den Mund atmen.

Wechseln Sie Ihre Sauerstoffbrille ziemlich oft. Fragen Sie Ihre Lieferfirma nach dem Wechselzyklus und wechseln Sie noch häufiger, wenn Sie einen Infekt haben. Wechseln Sie auch, wenn die Sauerstoffbrille beschmutzt ist oder hart wird.

Genieren Sie sich nicht, wenn Kinder oder auch Erwachsene Sie gelegentlich anstarren wegen Ihrer Sauerstoffbrille, Sauerstoffleitung oder Tank. Die meisten Leute kennen solche Sauerstoffgeräte. Andere werden Sie vielleicht ansprechen und Sie können erklären wofür Sie es brauchen. Nehmen Sie sich bewußt Zeit, um alles zu erklären. So finden Sie vielleicht den einen oder anderen neuen Bekannten. Ein guter Tip. Einem Raucher in der Nähe können Sie sagen: "Bitte Nichtrauchen. Explosionsgefahr mit reinem Sauerstoff" Garantiert - Sie haben immer reine Luft um sich herum.

Arbeiten Sie zu Hause oder Auswärts

Einige von uns verlieren völlig die Möglichkeit zu Arbeiten. Jeder mit COPD muß finden seine eigene Einstellung zur Arbeitsethic. Bedenken Sie eines: Keiner schreibt Ihnen vor, das irgendeine Arbeit so schnell wie möglich erledigt werden muß. Die Herstellung vieler guter Bücher und Bilder dauert so manches Jahr. Wenn Sie sich nicht so gut fühlen, setzen Sie nur ein paar Steine, bauen Sie das World Trade Center an einem anderen Tag fertig.

Nur wenige COPD-Kranke üben ganztägige Arbeiten aus; wir führen hier einige Teilzeitaufgaben auf, die ausgeführt werden können: Managementberatung, Zeitung, Radio und Fernsehwerbung, Buchhaltung zu Hause machen für eine kleine Nachbarschaft, mechanische oder elektrische Entwürfe, Handarbeit - Geschenke, Telefonservice.... Die Liste könnte unendlich weiter gehen.

Es gibt so viele Dinge die wir tun können, wie es Leute gibt. Dies schließt auch Sie ein. Sind Sie nicht bange, klein anzufangen. Es ist besser klein aber richtig, als Groß + nicht richtig. Vielleicht können Sie etwas schreiben für die Alpha-NEWS?

Solange Sie planen für eine neue Karriere, Ihre Hausarbeit bleibt liegen + türmt sich auf. Deshalb nun zur praktischen Arbeit.

Heben und Schleppen

Ein gutes Hilfsmittel ist ein kleiner Karren mit Rädern und einigen Regalen bzw. Körben. Wenn Sie in Ihrer Wohnung aufräumen, benutzen Sie diesen Karren. Sie können alles in dem Karren ablegen und mitnehmen ohne viel Anstrengung. Ihre Fernsehzeitung vom Vorabend, Schmutzwäsche, benutztes Eßgeschirr, Bücher usw. Nehmen Sie alles in Ihren Karren + bringen es an den Bestimmungsort. Versuchen Sie in einem "Kreis" zu gehen - nicht kreuz + quer. Einen Karren benutzen und im Kreis gehen ist sehr wirkungsvoll. Ob Sie in einem Einzelzimmer, oder einem 2-stöckigen Haus wohnen (1 Karren auf jeder Etage).

Wenn Sie eine eigene Wohnung haben, ist es besonders wichtig eine gewisse Grundordnung aufrecht zu erhalten. In einer unordentlichen Wohnung zu Leben, kann sehr depremierend sein. Versuchen Sie positiv zu denken und schaffen Sie sich eine angenehme Atmosphäre in Ihrer Wohnung. Sie werden sich wohler fühlen.

Ebenerdig zu gehen ist für die Meisten von uns noch möglich. Treppen steigen ist eine andere Sache.

Folgender Tip: Einatmen, beim Ausatmen steigen Sie 2-3 Stufen, Pause - Einatmen, usw.

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie befinden sich im Erdgeschoß und müssen in die 2. Etage. Einige COPD-Patienten werden sagen. "Ok. Kein Problem." Andere werden sagen: "Bist Du verrückt, es gibt schönere Arten sich umzubringen." Also, Zeit spielt keine Rolle. Logisch. Sie haben viele Möglichkeiten.

1. Sie könnten in einem durchsteigen und brauchen oben Ihr ganzes Leben um, mit sehr viel Glück, irgendwann wieder zu Atem zu kommen.

2. Sie könnten eine Pause in der 1. Etage machen. Auch gut.

3. Und dies ist die richtige Art und Weise. Sie gehen so wie Sie es für richtig halten. Machen Sie lieber öfters eine kurze Pause. Lassen Sie sich nicht von den Gegebenheiten der Treppe vorschreiben wann Sie verschnaufen müssen.

Haben Sie in Ihrer Wohnung eine Treppe, die Sie regelmäßig benutzen müssen, können Sie einen elektrischen Treppenstuhl kaufen, aber die sind sehr teuer. Mit dem Stuhl läßt sich auch gut der Einkauf nach oben schaffen.

Dinge nach oben tragen ist auch sehr schwer. Wieder ein Tip: Einatmen, beim ausatmen heben Sie hoch, gehen Sie 2 - 3 Schritte, abstellen. Pause. Wiederholen. Dieses mag sehr langwierig sein, aber es hilft, den Atemwegskollaps zu vermeiden.

Eine Steigung erklimmen Sie am besten, wenn Sie nicht die Atmung beschleunigen, sondern langsamer gehen indem Sie die Schrittlänge deutlich verkürzen. Rückwärts den Berg hinauf, hat den gleichen Erfolg.

Einige Reinigungshilfsmittel

Eine der besten Werkzeuge ist eine große Zange aus Plastik zum Aufheben von verlorenen Dingen aus schwer zu erreichenden Ecken, unter Bänken, Tischen usw. Die meisten Arzneimittel-Häuser (fragen Sie in Ihrer Apotheke oder in den Gelben Seiten "Medizintechnik") haben dieses Gerät oder können es besorgen. Mit dieser Zange können Sie Dinge aufheben ohne sich stark bücken zu müssen. Ebenfalls zum Aufheben von kleinen, metallischen Dingen ist ein Magnet an ein Schnur. Beide Dinge, Zange + Magnet, können Sie an Ihrem Karren befestigen. Dadurch haben Sie diese Dinge immer griffbereit. Eine gute Hilfe für Heftzwecken, Haarnadeln etc. nicht so gut für Messingnadeln - leider.

Wenn Sie einen Staubsauger benutzen, so lüften Sie schon bei der Benutzung, wenn es möglich ist. Wechseln Sie den Staubsaugerbeutel mit äußerster Sorgfalt. Vermeiden Sie jede unnötige Staubentwicklung. Vielleicht können Sie den Beutel im Freien (Balkon, Terrasse, Hof) wechseln. Eine gute Möglichkeit ist ein Handstaubsauger. Den können Sie auch auf Ihrem Karren befestigen und haben ihn immer sofort zur Hand.

Staub wischen sollten Sie nie mit trockenen Tüchern oder mit einem Mop. Müssen Sie dennoch im Staubigen arbeiten, so benutzen Sie eine Atemschutzmaske oder schützen Sie sich mit einem feuchten Tuch vor Nase und Mund. Fragen Sie Ihren Arzt danach oder vielleicht in einem Baumarkt nach einer Atemschutzmaske.

Rund um Ihre Wohnung sollten Sie kein Spray verwenden. Ohne Wenn und Aber. Kein Ofenspray, Badewannenspray, Mückenspray etc. Für alles gibt es auch flüssigen Ersatz. Vermeiden Sie Mottenkugeln, Lösungsmittel und anders, was Dämpfe entwickeln kann. Vermeiden Sie auch Reinigungspulver, da dieses natürlich staubt und dadurch von Ihnen eingeatmet werden kann. Denken Sie immer an eine gute Lüftung Ihrer Wohnung.

In der Küche

Setzen Sie sich Teilziele. Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu erledigen. Die meisten Aufgaben können in Teilaufgaben eingeteilt werden. Zum Beispiel: Säubern Sie den oberen Kühlschrankbereich heute und den unteren Bereich morgen oder nächste Woche. Trösten Sie sich mit dem Gedanken, je länger Sie für einer Arbeit benötigen, desto länger brauchen Sie diese Arbeit anschließend nicht mehr zu machen.

Planen und bereiten Sie Ihre Mahlzeiten zu, wenn Sie weder hungrig noch müde sind. Leichte, ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig. Die Ernährung der COPD-Kranken ist bei jedem anders. Außerdem ist eine Ernährungsberatung auch viel zu komplex um an dieser Stelle aufgegriffen zu werden. Dennoch, einiges ist für alle gleich.

Viele kleine Mahlzeiten sind immer besser als wenige große Mahlzeiten. Der gesunde Menschenverstand sagt uns, je mehr Raum der Magen benötigt, desto kleiner ist der Raum für in der Lunge. Viele COPD-Kranke habe eine überblähte Lunge. Diese übergroße Lunge benötigt mehr Platz. Dieser Platz wird durch herunterdrücken des Zwerchfelles, in Richtung Bauch, geschaffen. Wenn nun der Magen ebenfalls mehr Platz benötigt, entsteht ein ungesunder Druck. Das leuchtet jedem ein?

Außerdem, wie bereits erwähnt, die verlängerte Verdauung benötigt mehr Blut + Sauerstoff. Den Sauerstoff könnten wir COPD-Kranken allerdings anderswo besser gebrauchen.

Benutzen Sie Fertiggerichte. Dies erleichtert erheblich die Küchenarbeit. Aber bedenken Sie, viele Fertiggerichte enthalten viel Salz und Zucker. Dies ist natürlich bei einer speziellen Diät zu bedenken. Lernen Sie die Etiketten auf den Lebensmitteln zu lesen.

Bevorraten Sie sich immer mit viel Wasser und/oder Fruchtsäfte im Kühlschrank.

Falls Sie gerne kochen, ist es meistens ein Leichtes, die doppelte oder dreifache Menge Ihrer Lieblingsspeisen herzustellen. Frieren Sie den Überschuß portionsgerecht ein und genießen Sie Ihre kochfreien Mahlzeiten wenn Sie keine Lust zum Kochen haben. Ein Mikrowellen Gerät kann sehr nützlich sein. Sie können vieles ohne zusätzliche Geschirr erwärmen. Tasse Milch, gefrorenes Essen vom Vortag. Sie müssen also keine zusätzlichen Töpfe holen, benutzen, spülen, abtrocknen und wegräumen. Sie sparen mit einem Mikrowellengerät also viel Arbeit und Kraft.

Beim Kochen schalten Sie immer die Entlüftung ein bzw. sorgen Sie für eine gute Belüftung. Wenn Sie sich unwohl fühlen bei Hitze, benutzen Sie einen kleinen, tragbaren Ventilator beim kochen oder bügeln. In der Tat kann ein solches kleines Gerät sehr nützlich sein, nicht nur zum kühlen sondern auch bei plötzlicher Kurzatmigkeit sorgt für eine bessere Belüftung. Außerdem kann es alle unangenehmen Gerüche wegblasen.

Sie können einen solchen Ventilator auf Ihrem Karren plazieren und haben ihn so immer bei sich.

Dieser Karren ist natürlich eine große Hilfe bei Ihrer Küchenarbeit. Sie können dort Ihre Töpfe, Mahlzeiten abstellen. Alles was transportiert werden muß, ist mit Ihrem Karren mit viel weniger Aufwand erledigt werden. Und wie gesagt, immer im Kreis bewegen. Gehen Sie nicht hin und her, sondern der Reiher nach. Gehen Sie zum Kühlschrank? Dann nehmen Sie alles mit auf Ihren Karren, was in den Kühlschrank gehört. Nehmen Sie alles aus dem Kühlschrank heraus, was Sie brauchen. Vermeiden Sie unnötige Wege.

Stellen Sie nach dem Spülen die am meisten benutzten Töpfe nicht in einen Schrank (schon gar nicht in den unteren Küchenschrank - wegen dem Bücken) sondern stellen Sie die Töpfe mit Deckel wieder auf den sauberen Herd. Dadurch sparen Sie Energie. Sie könnten sogar Ihr gesamtes Eßgeschirr wieder auf den Eßtisch räumen anstatt es erst in den Schrank zu räumen. Aber das ist Ansichtssache.

Gartenarbeit

Wenn Sie einen Garten haben und diesen auch gerne haben, dann gibt es eine Menge Dinge die Ihnen diese Arbeit erleichtern können. Fast alle Gartenwerkzeuge gibt es auch in elektrischer Ausführung. Rasenmäher (mit Selbstanlasser), Kantenschere, Heckenschere usw. Ein wirklich gutes Gerät ist eine kleine, leichte Blumenhacke. Entfernen Sie Unkraut solange es klein ist.

Andere leicht handhabbare, leichte Werkzeug sind: eine Blumenharke, die etwa 7 Inches (17,8 cm) breit ist; ein dreikralliger Kultivator mit einem etwa 3 Feet (91 cm) langen Stiel und einen Nylongartenschlauch, der sich selbst aufrollt. Einer dieser Schläuche, 50 Feet (ca 15 m) lang, wiegt mit seiner Rolle nur 2 !/2 Pounds (1,13 kg) und kann in einer Hand getragen werden.

Eine andere große Wohltat für einige Gärtner ist ein Klappstuhl. Wenn Ihnen das Bücken Atemnot beschert, versuchen Sie im Sitzen zu gärtnern. Benutzen Sie ein langstieliges einzinkiges Jätgerät, einen etwa 18 inches (45,8cm) langen Rechen für Blätter und ihre Pick-up-schere oder zange, die sich dafür eignet, Gartenabfälle vom Boden aufzuheben. Diese wenigen kurzstieligen Handwerkzeuge und der vorher erwähnte Klappstuhl können zusammen in einem niedrigen Gartenkorb transportiert werden.

Und so kann man sich einen, mit wenig Arbeit verbundenen, Blumengarten machen. Sammeln Sie im Herbst so viele Samen als möglich von schnellwachsenden einjährigen Pflanzen. Im Frühjahr säen Sie (jede Sorte gesondert) mit der Hand in das vorbereitete Saatbett aus. Harken Sie und drücken Sie die Saat leicht an. Wenn die Samen ausgekeimt sind, hacken Sie außer einigen wenigen alle Pflanzen aus. Mit dem, was übrig geblieben ist, erhalten sie ein gutes Resultat ohne die harte Arbeit, Sämlinge zu verpflanzen.

Einen Dschungel zu kultivieren ist nur mit schwerem Werkzeug zu bewerkstelligen - Nichts für einen COPD-Kranken. Ein Klappstuhl ist ebenfalls sehr gut. Leicht und einfach zu transportieren. Wenn die Gartenarbeit im Bücken Ihnen die Luft förmlich abschneidet, versuchen Sie es im Sitzen.

Wenn Sie keinen Garten haben und auch keinen Platz, so können Sie Ihren eigenen Garten in einem oder einigen Blumenkästen züchten. Stellen Sie einen Blumenkasten auf den Balkon oder die Fensterbank. Es kann sehr schön sein, die Pflanzen heranwachsen zu sehen.

Ausgehen

An dieser Stelle muß nochmals erwähnt werden, das alle COPD-Kranken verschieden sind. Wir haben ganz verschiedene Reaktionen auf das Wetter. Manche mögen es heiß, warm, kühl oder kalt. Manche feucht, andere lieber trocken. Der Punkt ist, wenn das Wetter Ihnen entspricht, dann gehen Sie raus und genießen Sie Ihr Wetter.

Wir alle werden belästigt durch Luftverschmutzung. Machen Sie ausfindig wo Sie in Ihrer Nähe eine relativ gute Luft haben.

Bevor Sie heraus gehen, sollten Sie sich Gedanken machen über Ihren Ausflug und Sie sollten einige Vorbereitungen treffen für Ihre Heimkehr. Bei ihrem Ausflug sollten Sie jede Überbelastung vermeiden. Natürlich. Bevor Sie außer Atem geraten, halten Sie an. Machen Sie Pausen. Planen Sie Pausen mit ein. Dies ist leichter gesagt als getan. Aber tun Sie es.

Wenn Sie ein Phase haben in der Sie schnell ermüden, bleiben Sie zu hause und entspannen Sie. Legen Sie sich vor den Fernseher. Ihre Zeit wird kommen.

Nun, vor dem Verlassen der Wohnung. Bevor Sie Ihre bequeme Hauskleidung und Hausschuhe ausziehen, machen Sie sich ein Getränk in einer handlichen Thermosflasche, legen Sie alles zurecht für Ihr Heimkehressen, machen vielleicht Ihr Bett zurecht für ein schnelles Schläfchen nach der Heimkehr. Dann kann es ein Vergnügen sein wieder nach Hause zu kommen.

Besorgen Sie sich für den Winter einen warmen aber auch leichten Wintermantel. Ein schwerer Wintermantel kann Sie ermüden bevor Sie zur Haustüre heraus sind. Tragen Sie im Winter ein nettes, langes und warmes Halstuch und falls es zu windig oder zu kalt ist, zögern Sie nicht, es zum Schutz über die Nase zu ziehen.

Atmen Sie im Kalten nur durch die Nase. Sie können auch beim Ausatmen durch die Nase einen gewissen Widerstand, ähnlich wie bei der Lippenbremse, aufbauen. Die hört sich dann so ähnlich an, wie geräuspert. Dies machen Sie aber wahrscheinlich nur wenn Sie alleine sind.

Die Nasenatmung hat Vorteile. Durch die Nase wird die Luft befeuchtet und ERWÄRMT. Atmen Sie im Kalten durch den Mund werden die Bronchien sich sofort vor der kalten Luft schützen, sie werden sich verengen. Dadurch bekommen Sie sofort Atemnot.

Sollten Sie durch die Nase einatmen und durch den Mund per Lippenbremse ausatmen, werden Sie folgendes feststellen. Die Nase wird durch die kalte Einatemluft immer kühler, da die warme Ausatemluft durch den Mund ausgeatmet wird. Die Nase wird wirklich sehr kalt werden und daher wird die Einatemluft immer kühler. Das hat dann letztendlich den gleichen Effekt wie die Atmung durch den Mund.

Fragen Sie Ihren Arzt evtl. nach eine Kälteschutzmaske. In Deutschland gibt es schon solche? Ich werde mich bemühen einige aus Amerika zu bekommen.

Ein Spazierstock kann ebenfalls eine große Hilfe sein. In den Pausen können Sie sich ein wenig abstützen.

Fahren

Wenn Sie Schwierigkeiten haben von Punkt A zu Punkt B zu gehen, egal ob es liegt an Ihren Beinen oder an Ihrer Lunge, dann haben Sie Gehschwierigkeiten und können einen Behindertenausweis beantragen. Den beantragen Sie bei Ihrem Versorgungsamt. Fragen Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie mit dem Auto einen Behinderten Parkplatz benutzen, prüfen Sie vorher, ob Sie ihn benutzen dürfen.

Falls Sie mit jemand anderem als Beifahrer mitreisen und Sie wissen das Sie längere Perioden am Stück fahren, verwenden Sie ein Ausrüstung hilfreicher Dinge. Packen Sie z.B. in eine Einkaufstasche Papier + Bleistift, ein Taschenbuch oder zwei, ein Tuch und was immer Sie brauchen.

Sind Sie alleine unterwegs, sollten Sie überlegen ob Sie sich nicht ein Handy zulegen. Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Auto, in einer verlassenen Gegend, im kalten Winter in einen Graben. Nichts ist passiert. Sie kommen aber nicht mehr weiter mit dem Auto. Dann ist ein Handy eine wirklich sehr gute Hilfe. Für Leute mit schweren Atemproblemen ist eine unverzichtbare Hilfe wenn Sie alleine unterwegs sind.

Stehen Sie an einer Ampel oder im Stau, so können Sie diese Zeit nutzen um Atemübungen zu machen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit. An einer roten Ampel, Stau, zu Hause bei einer Fernsehwerbung oder wo auch immer. Bei einer Pause oder einem neuen Abschnitt, machen Sie einige Minuten Atemübungen.

Reisen

Falls Sie eine Reise planen hat eine Busreise viele Vorteile. So werden mit dem Bus in der Regel bis in die Stadtmitte befördert und werden nicht irgendwo im Urwald ausgesetzt. Leider ist in Deutschland das Nichtrauchen in Reisebussen keine Selbstverständlichkeit. Klären sie das vor der Buchung ab. Die Fahrer in den Bussen können Ihnen beim Verstauen des Gepäckes helfen. Sitzen Sie wen möglich vorne, so können Sie dem Fahrer mitteilen wenn Sie irgendwelche Probleme haben.

Wenn Sie alleine reisen, müssen Sie mit wenig Gepäck reisen. Lassen Sie Ihr Hauptgepäck an den Zielort bringen. Dies erledigt ein Transportunternehmen (DB, Post, oder UPS u.ä.). Für Ihre Reisegepäck benutzen Sie einen kleinen Handkoffer auf RÄDERN!!! Tragen sie nicht Ihr Gepäck. Denken Sie daran, Sie müssen Energie sparen.

Vermeiden Sie wenn möglich U-Bahnen (Untergrundbahnen) wo immer Sie können. Die Luft ist meistens schlecht in den Bahnhöfen und irgendwann müssen Sie auch wieder ans Tageslicht, also die Treppen rauf. Außerdem, dort sind immer viele Personen. Diese hetzen zur Arbeit, rennen in die Schule usw. Alle haben keine Zeit und kein Verständnis, wenn Sie ganz langsam mit vielen Pausen die Treppe raufkraxeln.

Benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel nicht zu den Hauptverkehrszeiten, nicht zu den Stoßzeiten. Menschenmengen werden Sie ansonsten zu einem Tempo drängen, daß ungesund für Sie ist. Es ist viel angenehmer wenn Sie selbst Ihr Tempo bestimmen können und die Chance ist viel größer einen Sitzplatz zu bekommen.

Reisen mit Sauerstoff und verreisen mit dem Flugzeug kann nicht näher erläutert werden. Fragen Sie Ihren Sauerstoff Lieferanten, Ihren Arzt und die Fluggesellschaft.

Einkaufen

Den auf Reise verwendeten Koffer auf Rollen können Sie auch für Ihren Einkauf verwenden. Sie können Ihr Sauerstoffgerät damit leicht transportieren. Gehen Sie einkaufen, wenn die Geschäft ziemlich leer sind. nicht Freitag nachmittag oder am Samstag. Auf diese Weise können Sie gemächlichen Schrittes kaufen und werden nicht gedrängt oder angerempelt.

Überhaupt ist sinnvoll Menschenmengen aus dem Weg zu gehen wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr. Insbesondere in Hallen. Außer der Tatsache, daß die Luft rauchig oder schlecht ist, könnte es sein, das irgendeiner Sie anniest oder anhustet.

Bitten Sie einen Raucher in Ihrer Nähe, das Rauchen einzustellen. Wir alle haben ein Recht auf eine rauchfreie Luft und die meisten Menschen respektieren dies mittlerweile. Es gibt einige Nichtraucherlokale. Falls Sie in einem Lokal durch die Raucher belästigt werden, sprechen Sie mit dem Geschäftsführer. Vergessen Sie nicht, Sie sind der Gast und Sie zahlen den Gewinn oder das Gehalt für den Geschäftsführer. Wenn das Lokal Ihr Geld nicht will, gehen Sie woanders hin.

Kleider kaufen ist eine mitunter sehr anstrengende Tätigkeit. Besonders lange Hosen sind furchtbar. Oftmals ist nicht einmal ein Stuhl in der Umkleidekabine. Rein in die enge Kabine - raus aus der Alten - verschnaufen - rein in die Neue - längeres verschnaufen - raus aus der Kabine, vor den Spiegel - sch.... paßt nicht - rein in die enge Kabine. - raus aus der 1. Neuen - rein in die 2. Neue...... Machen Sie doch folgendes: Schreiben Sie sich die Maße von einer passenden Hose komplett auf. Nehmen sie ein kleines gerolltes Maßband mit. Falls Sie etwas finden, das Ihnen gefällt, messen Sie nach, bevor Sie es anprobieren. Manches können Sie dann sogar ohne Anprobe kaufen und Sie wissen dennoch, es wird passen.

Vielleicht können sie aber auch ein Abkommen mit dem Geschäft treffen, wenn es nicht paßt können Sie es umtauschen. Bei den meisten Versandgeschäften können Sie alles wieder zurückschicken. Das ist sehr praktisch.

Wenn Sie einen wirklich großen Lebensmitteleinkauf getätigt haben, packen Sie alle Tiefkühlartikel, Kühlartikel und Frischsachen in separate Taschen. Wenn Sie nach Hause kommen, können Sie diese Artikel sofort verpacken und den Rest nachdem Sie sich ausgeruht haben oder wenn Sie einen Helfer gefunden haben.

Sie sollten es sich angewöhnen, immer wenn Sie nach Hause kommen, waschen Sie sich die Hände. Es ist heute erwiesen, daß Erkältungen über die Luft und über die Hände übertragen werden.

Ausruhen und Unterhaltung

Wir sind wahrscheinlich alle der Meinung, die größte und dauerhafte Freude ist das Zusammensein mit guten Freunden. Unsere körperliche Beschränkung macht natürlich den Kontakt mit anderen etwas schwierig. Viele von uns sind weit weg von ihrem Geburtsort und manche meinen das mit zunehmendem Alter neue Kontakte nur schwer hergestellt werden können. Das ist nicht richtig.

Einer der besten Wege, neue Bekannte und Freunde mit gemeinsamen Interesse kennen zu lernen ist einem Atmungsclub o.ä. beizutreten. Wenn Sie nicht finden können, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker oder rufen Sie mich an.

Wir kommen nun zu einem Punkt, der besonders wichtig ist für COPD-Patienten die alleine leben. Wie sie Hilfe bekommen wenn Sie Hilfe brauchen. Ein Kameradschafts Telefon System ist eine große Hilfe und gibt einem das Gefühl von Sicherheit und auch ein bißchen Geborgenheit. Sie können mit einem Freund ein Telefonverbindung vereinbaren. Rufen Sie sich täglich zu bestimmten Zeiten an, damit der Andere weiß alles ist OK. Dies kostet nicht die Welt. Wenn Sie sich kurz fassen, bezahlen Sie nur 1 Einheit am Tag für diese Sicherheit. Das sind keine 4,- DM im Monat. Falls Sie zur verabredeten Zeit ausgehen wollen, so lassen Sie es Ihren Freund wissen, damit nicht unnötig Besorgnis aufkommt.

Gehen sie zu Ihrem Nachbarn der ihr Fenster sehen kann. Vereinbaren Sie ein Signal das der Nachbar sehen kann. Zum Beispiel, Sie lassen jeden Abend ein bestimmtes Jalousie nur so weit runter, das man noch freie Spalten sehen kann oder Sie entzünden immer die gleiche Lampe am Abend. Es ist das Signal alles ist OK. Wenn Sie das Zeichen nicht geben wird Ihr Nachbar nachfragen nach Ihnen. Geben Sie dem Nachbarn für diesen Fall auch einen Schlüssel damit der Nachbar nachsehen kann.

Wenn Sie mit mehreren Mietern in einem Hause wohnen, dann informieren Sie alle Ihre Nachbarn. Wenn Sie hören ein Klopfen oder Stoßen aus Ihrer Wohnung, dann benötigen Sie Hilfe. Genieren Sie sich nicht. Irgendwo in Ihrer Nähe ist bestimmt auch jemand, der Ihre Hilfe einmal benötigt. Wenn Sie einmal Kontakt hatten mit den Nachbarn, Sie werden erstaunt sein wie hilfsbereit viele Menschen sind. Oft, weil auch Andere isoliert sind und nicht wissen den Kontakt herzustellen.

Alleine oder in Gesellschaft, es gibt viele unterhaltende Sachen die Sie machen können außer Fernsehen. Viele machen auch mehr Spaß; hier sind ein paar. Etwas das viele vergessen haben sind Brettspiele. Mühle, Dame, Mensch ärger dich nicht, Hütchenspiele etc. Es gibt Domino und viele Kartenspiele für 2 oder mehrere Spieler. Sogar Sportarten können die meisten COPD-Kranken noch betreiben, ich meine Schach. Treten Sie einem Schachclub bei oder Spielen Sie mit einem Bekannten zu hause, per Telefon, per Post oder sogar per Computerverbindung SCHACH. Es gibt viele Bücher mit Kartenspielen oder anderen Gesellschaftsspielen.

Vielleicht lesen Sie gerne? Gehen sie in eine Bibliothek und Sie werden erstaunt sein von dem riesigen Angebot. Bücher die nicht da sind, können bestellt werden. Dies ist fantastisch. Manche Bibliothek liefert die Bücher sogar zu Ihnen nach hause. Tauschen Sie Ihre Bücher mit Freunden und Bekannten.

Vielleicht gibt es etwas, daß Sie immer schon machen wollten? Tun Sie es jetzt. Vielleicht bietet die Volkshochschule etwas für sie an? Es gibt Fernkurse, per Fernsehen oder Post, mittlerweile auch per Computernetz. Sie können sich bilden über Bienenzucht oder Wettervorhersage, Wahrsagen oder Betriebswirtschaft studieren. Englisch, französisch oder japanisch lernen. Dies macht natürlich mehr Spaß, wenn sie jemanden finden mit dem Sie in der Sprache dann auch reden oder schreiben können. (Ich lerne gerade englisch mit meinen Alpha-Freunden auf der ganzen Welt - Verbindung über Internet, mittlerweile über 200) Eine Brieffreundschaft erfüllt den gleichen Zweck und schafft wieder neue Kontakte. Sie suchen einen Brieffreund irgendwo? Rufen Sie mich an - ich kenne Alphas in USA, Kanada, Neuseeland, Australien, Österreich, Holland, England. Suchen Sie es sich aus.

Bauen Sie Modellflugzeuge, Eisenbahnen oder Autos. Kaufen Sie sich eine Eisenbahn. Sammeln Sie Uhren oder sonst irgend etwas. Die Damen können schneidern oder Puppen basteln. Es gibt Hobbyzeitschriften in denen Sie sich Anregungen holen können. Werden sie aktiv.

Vielleicht versuchen Sie es mit einer kleinen, leisen Katze? Wenn Sie eine Allergie haben ist das natürlich Unsinn. Vielleicht tropische Fische? Ein Vogelhäuschen in der Nähe Ihres Lieblingsfensters bereitet Vergnügen für viele Stunden. Wenn aus irgendeinem Grunde alle diese Tiere nicht in Frage kommen, ein großes, weiches Stofftier kann auch zum Kuscheln verwendet werden. Beiß nicht, sabbert nicht und macht kein Dreck. Es gibt allerlei Handarbeiten. Hey, ihr Männer, die Hälfte der Strickerei-Weltmeister sind Männer. Tatsächlich. Versuche Sie es, vielleicht gefällt es Ihnen.

Wenn Sie gerne malen, versuche Sie es mit Aquarellen. Lernen Sie ein Musikinstrument. Klavier oder Gitarre zum Beispiel. Blasinstrumente ist nicht so gut. Kein Trompete oder Posaune. Die Nachbarn werden es Ihnen danken.

Heutzutage können sie fast alles das Sie kaufen möchten, über den Versandhandel kaufen. Dies ist sehr praktisch. Sie brauchen nicht aus dem Haus zu gehen, bekommen alles ins Haus geschickt und können fast alles bei Nichtgefallen zurück schicken. Schreiben Sie alle Versandhäuser an. Lassen Sie sich die Kataloge schicken. Viele angenehme Abende können Sie zu Hause in Ihrem Lieblingssessel verbringen und dabei einkaufen was immer Sie wünschen.

Es gibt viele, viele andere Vorschläge die gemacht werden könnten. Mit dem richtigen Willen (wollen müssen Sie) werden Sie auch für Sie etwas passendes finden.

Grundsätzliches zum Schluß:

Kommen Sie bei bestimmten Arbeiten oder Beschäftigungen oder sonstigen Dingen immer wieder außer Atem, sollten Sie nachdenken ob sich diese Dinge nicht auch anders erledigen lassen. Vielleicht machen Sie es besser langsamer, oder können Sie mehrere, größere Pausen machen. Vielleicht kann eine andere Person diese Sache erledigen? Fragen Sie sich: Ist es wichtig, eine Aufgabe in 5,7 oder 10 Minuten zu erledigen? Wahrscheinlich nicht. Wichtig ist, nicht unnötig außer Atem zu kommen.

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